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Sparkassenmobil verschwindet Gleich zwölf Ortschaften werden demnächst nicht mehr von der fahrbaren Geschäftsstelle der Sparkasse angefahren. Individuelle Lösungen werden gesucht.
Selbst ihre Unterschriftensammlung hat einigen Bankkunden in Seidewitz nicht die erwünschte Wirkung gebracht. In der übernächsten Woche wird der Bus der Sparkasse, in welchem allen voran Senioren bisher ihre Bankgeschäfte tätigten, letztmalig den kleinen Ort an der Landesgrenze zu Thüringen anfahren. Mit ihrer Aktion wollten die  Seidewitzer die Einstellung dieses Services verhindern – schließlich war  das Sparkassenmobil (kurz „S- Mobil“) für sie oftmals die einzige Möglichkeit, Geld abzuheben, Einzahlungen vorzunehmen oder Überweisungen zu tätigen. Nun sind also die Gerüchte, die hier bereits seit Wochen im Umlauf sind und für Verstimmung sorgen, zur Gewissheit geworden. Denn wie das Finanzinstitut am Montag mitteilte, verschwindet die mobile Geschäftsstelle in gleich zwölf Ortschaften: Ab 21. November werden die Orte Naumburg-Almrich, Beuditz, Löbitz, Großjena, Hassenhausen, Mertendorf, Pomnitz, Possenhain, Saubach, Wetterzeube, Casekirchen und eben auch Seidewitz nicht mehr angefahren. Grund dieser jetzt getroffenen Maßnahme ist laut Dr. Verena Fischer, Pressesprecherin der Sparkasse Burgenlandkreis, vorrangig die seit Jahren stark rückläufige Nutzung des S-Mobils in den genannten Ortschaften.  „Diese Kunden trifft es natürlich besonders hart“, ist sich Fischer durchaus  bewusst, „und es ist uns daher sehr daran gelegen, diese als Kunden der Sparkasse Burgenlandkreis zu behalten. Die Finanzdienstleistungen sollen auch weiterhin in gewohnter Qualität und zur Zufriedenheit der Kunden angeboten werden“, versichert Fischer, „vermehrt muss dann aber nach individuellen Lösungen gesucht werden“. In den nächsten Wochen werde man die Kunden schriftlich und persönlich über die Änderungen in Kenntnis setzen. So erhalten die bisherigen Nutzer des S- Mobils künftig einen persönlichen Kundenbetreuer in einer nahe gelegen Geschäftsstelle, der sie individuell berät und gegebenenfalls auch auf Wunsch vor Ort besucht, um beispielsweise Überweisungen entgegenzunehmen. Jan Goldacker, Fachbereichsleiter im Vertriebsmanagement der Sparkasse, weist zudem auf einen besonderen Service hin: Begrenzt auf einen Betrag von 2.500 Euro monatlich bestehe zusätzlich die Möglichkeit, Bargeld frei Haus direkt an den Kunden zu liefern. Haken hierbei: Der Dienst ist vorerst auf ein Jahr begrenzt. Dass gleich ein Dutzend Haltepunkte des S-Mobils dem Rotstift zum Opfer fallen, liegt auch am Umstand, dass neue und wohl besser frequentierte Touren für den Bus hinzukommen: Kleinstgeschäftsstellen um Weißenfels etwa können moderne Dienstleistungen und vor allem die Sicherheit für Kunden und Mitarbeiter nicht mehr gewährleisten, weshalb diese geschlossen und die Orte künftig durch das S-Mobil als Haltepunkte bedient werden.  Die Entscheidung zur Aufgabe einzelner Haltepunkte ist gewiss nicht leicht gefallen, wie von Vertretern der Sparkasse betont wird. Dennoch müssen sie den Vorwurf von betroffenen Kunden hinnehmen, diese bis kurz vor Wegfall der Haltepunkte im Unklaren gelassen zu haben. Denn bereits seit Mitte 2010 wurde das Thema in der Vorstandsetage erörtert, seit Anfang dieses Jahres ging es zudem konkret um Standorte. Eine zeitigere Aufklärung hätte die Verunsicherung und den Unmut von eingangs erwähnten Seidewitzern zwar nicht unbedingt verhindert, aber vielleicht geschmälert.
Letzter Halt am 16. November in den Ortschaften des Wethautals: S-Mobil, die mobile Dienststelle der Sparkasse. Fotomontage: tz
Von Tom Zeretzke 09.11.2011